ÜBER UNS

 

Alle Informationen finden Sie hier zum 👉 Hintergrund, zu 👉 Häufigen Fragen (FAQ) und zu 👉 Was bisher geschah.

Hintergrund

Das Thema “Klimaschutz” spielt für Mecklenburg-Vorpommern (MV) mit seinen Naturlandschaften, seiner Küstennähe und Agrarstruktur eine zentrale Rolle, um die Lebensgrundlage dieser und zukünftiger Generationen zu sichern. Zu diesem Zweck engagieren sich viele Akteure im Land mit unterschiedlichen Beiträgen im Klima- und Umweltschutz. Um diese Anstrengungen zu verstärken und das Thema zukünftig stärker in den Fokus öffentlicher Debatten zu rücken, wirkte das Landesparlament von MV 2020 auf die Gründung einer neuen Institution für Klima- und Umweltschutz hin. Analog zu einer Stiftung, die nach Abschluss von Nord Stream 1 zur langfristigen Abfederung von Umweltschäden gegründet wurde, sollte nach Abschluss von Nord Stream 2 eine zweite Stiftung mit dem Stiftungszweck “Klima- und Umweltschutz” gegründet werden. Wie bei der ersten Stiftung sollte eine millionenschwere Spende von Nord Stream 2 geleistet werden. Nord Stream 2 selbst ist ein international tätiges Unternehmen, bei dem – neben dem Anteilseigner Gazprom – der französische Energieversorger Engie SA, die österreichische Beteiligungsgesellschaft OMV AG, das britisch-niederländische Mineralölunternehmen Royal Dutch Shell plc, der deutsche Energieversorger Uniper SE sowie das deutsche Gasunternehmen Wintershall Dea AG weitere Investoren waren.

Landtag MV als Stifter

2021 wurde die „Stiftung des Landes Mecklenburg-Vorpommern für Klimaschutz und Bewahrung der Natur – Stiftung Klima- und Umweltschutz MV“ (Stiftung Klima- und Umweltschutz MV) durch einen einstimmigen Beschluss des Landtages Mecklenburg-Vorpommern gegründet – zur Durchführung und Förderung von Maßnahmen und Projekten des Klimaschutzes, zur Bewahrung oder Wiederherstellung der Natur im Land Mecklenburg-Vorpommern und an sowie vor den Küsten des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie an und vor den Ostseeküsten der Ostseeanrainerstaaten. Die Stiftung hat ihren Sitz in Schwerin.

Das Ziel des Landtags war es, dass die Stiftung möglichst unabhängig ist.

 

Handelnde Organe

Stiftungsvorstand und Kuratorium werden von der Ministerpräsidentin oder dem Ministerpräsidenten des Landes Mecklenburg-Vorpommern bestellt. Vorstandsvorsitzender der Stiftung ist der ehemalige Ministerpräsident Erwin Sellering. Die beiden weiteren Vorstandsmitglieder sind der frühere CDU-Europaabgeordnete Werner Kuhn und die Unternehmerin Katja Enderlein. Eine finanzielle Förderung von Projekten einzelner Bürgerinnen und Bürger sowie von Initiativen, Vereinen, Stiftungen und Unternehmen wie auch für wegweisender Beiträge aus der Wissenschaft steht neben eigenen Projekten und der Umweltbildung im Zentrum der Stiftungsaktivitäten.

Icon Hände

STIFTUNGSMITTEL 20 MIO. EURO

Die Stiftung erhielt im Jahr 2021 von der Nord Stream 2 AG zur Realisierung ihrer Arbeit des Klima- und Umweltschutzes im gemeinwohlorientierten Bereich 20 Millionen Euro. Die Finanzierung des Projekts Nord Stream 2 erfolgte auf der einen Seite durch Gazprom mit 50 % und auf europäischer Seite (Frankreich, Österreich, Niederlande, Großbritannien und Deutschland) durch Engie, OMV, Shell, Uniper, Wintershall Dea mit 50 %. Gemäß dieser Verteilung sind 10 Millionen Euro der Stiftungsmittel europäischen Ursprungs.

Icon Glühbirne

Häufige Fragen zur Stiftung Klima- und Umweltschutz MV

Wir haben für Sie Antworten zu häufig gestellten Fragen zusammengestellt:

Was ist die Stiftung Klima- und Umweltschutz MV?

Wir sind eine Stiftung bürgerlichen Rechts, keine Stiftung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die Stiftung besteht weiterhin aus einem gemeinwohlorientierten Bereich und bestand – zeitlich begrenzt – aus einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb.

Der gemeinwohlorientierte Bereich
Unser Auftrag ist es, Klima- und Umweltschutz in MV voranzutreiben – so steht es in der Satzung , die für uns bindend ist. Gerade in unserem Bundesland kommt es nicht häufig vor, dass Stiftungen mit ausreichendem Kapital ausgestattet sind, um ihre Themen zu verfolgen. Genauso wie Klimaschutz kein Projekt ist, sehen wir unsere Arbeit als kontinuierlichen, gemeinschaftlichen Auftrag für die nächsten Jahrzehnte: Mit Förderprogrammen und Fördergeldern sowie mit eigenen Projekten und Veranstaltungen unterstützen wir alle, die sich hier im Klima- und Umweltschutz engagieren. Das machen wir mit einem engagierten Team.

Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb
Der Stiftung war vom Landtag MV in öffentlicher Sitzung aufgegeben worden, mit einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb (WGB) als zeitweiligem Nebenzweck dazu beizutragen, dass die Pipeline Nord Stream 2 trotz Sanktionen der US-Regierung vollendet werden sollte. Dahinter stand die Überzeugung, dass die entsprechenden Gesetze der USA in der Rechtsordnung der souveränen Bundesrepublik Deutschland keine Wirkung entfalten sollten.

Am 22. Februar 2022 beschloss der Vorstand der Stiftung, den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb einzustellen. Die für seine Abwicklung notwendigen Arbeitsschritte werden ausgeführt. Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb handelte eigenständig, die Entscheidungen traf einzig der Vorstand der Stiftung.

Wie ist der Aufbau der Stiftung Klima- und Umweltschutz?

Im Organigramm sehen Sie, wer für was in der Stiftung verantwortlich ist. Einen Überblick über die einzelnen Personen finden Sie beim TEAM.

Organigramm der Klimastiftung MV

Wie wird der gemeinwohlorientierte Bereich der Stiftung finanziert?

Das Stiftungskapital (Grundstockvermögen) beträgt 200.000 Euro, kommt ausschließlich vom Land MV und ist dessen einziger Beitrag. 20 Mio. Euro kamen 2021 von der Nord Stream 2 AG, einem international tätigen Unternehmen, bei dem – neben dem russischen Anteilseigner Gazprom – der französische Energieversorger Engie SA, die österreichische Beteiligungsgesellschaft OMV AG, das britisch-niederländische Mineralölunternehmen Royal Dutch Shell plc, der deutsche Energieversorger Uniper SE sowie das deutsche Gasunternehmen Wintershall Dea AG weitere Investoren waren.

Wie werden die Mittel verwendet?

Die 20 Mio. Euro sind angelegt und können ausschließlich für den Stiftungszweck – für Klima- und Umweltschutz – verwendet werden. Jegliche Zweckentfremdung des Geldes für andere Themen ist nicht möglich und würde geltendes Recht brechen. Die Stiftung ist auf Jahrzehnte angelegt und vergibt das Geld entsprechend ihrer Satzungszwecke.

Werden Steuergelder für die Stiftungsaktivitäten verwendet?

Nein. Es werden keine Steuergelder für die laufenden Stiftungsaktivitäten verwendet. Das Stiftungskapital vom Land Mecklenburg-Vorpommern in Höhe von 200.000 Euro darf nicht verbraucht werden.

Wie finanzierte sich der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb?

Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb handelte als „Unternehmen“ eigenständig und finanzierte sich selbst.

Welche Zuwendungen hat der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb erhalten?

Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb erhielt keine Zuwendungen.

Arbeitet der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb immer noch?

Am 22. Februar 2022 hat der Vorstand der Stiftung beschlossen, den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb einzustellen. Die für seine Abwicklung notwendigen Arbeitsschritte werden ausgeführt. Zum aktuellen Stand der Abwicklung finden Sie weitere Informationen hier.

Welche Projekte unterstützt die Stiftung Klima- und Umweltschutz MV? Wie werden die Mittel verwendet?

Alle Informationen dazu finden sich im Einzelnen im jeweiligen Tätigkeitsbericht für das Vorjahr. Die neuesten Jahresberichte veröffentlichen wir auf unserer Seite unter www.klimastiftung-mv.de/die-stiftung/.

Gerne können Sie weitere Fragen an uns richten unter: info@klimastiftung-mv.de

Icon Heizen

Was bisher geschah – 2021

 

Das klare Ziel: Klima- und Umweltschutz im Bewusstsein der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern zu verankern. Wir wollen möglichst viele Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Stiftungen, aber auch Unternehmen, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen motivieren, selbst engagiert zum Klimaschutz beizutragen. Und wir unterstützen sie dabei, vor allem auch finanziell.

Das tun wir durch

Seit Mai 2021 haben wir unter anderem mit unserem Kita-Projekt „Buddeln für BÄUME – Kinder pflanzen für’s KLIMA“ 320 Kitas im Land MV mit insgesamt 160.000 Euro und Projekte Dritter mit 74.400 Euro finanziell unterstützt, 53 Anträge bearbeitet, drei Klimatage durchgeführt, eine Bürgerbeteiligung in Torgelow gestartet und das Förderprogramm „Kluge Köpfe für’s KLIMA“ für alle allgemeinbildenden Schulen in MV ins Leben gerufen.

Organisation von Bürgerbeteiligungen

Beim Klimaschutz viele Menschen beteiligen

Über organisierte Beteiligung machen wir allen ein Angebot, beim Klimaschutz mitzumachen. Jede Kommune, die einen Beteiligungsprozess vor Ort anstoßen möchte, kann sich bei uns melden. Überall da, wo Menschen der Zivilgesellschaft von sich aus etwas für Klimaschutz tun wollen und dazu Beratung, Moderation, Organisation von Diskussionsprozessen brauchen, führen wir Beteiligungsprozesse durch. Ziel ist es, die Interessen aller zu Wort kommen zu lassen, objektiv aufzuklären und zu Lösungen beizutragen, die von allen akzeptiert werden können.

Die erste Stadt, die sich eine solche Klimabeteiligung gewünscht hat, war Torgelow in Vorpommern. Unter dem Motto „Klimaneutrales Torgelow“ starteten die Klimarunden vor Ort mit den Themen Photovoltaik und E-Mobilität. Weitere Veranstaltungen, bei denen Heizen, öffentliches Grün und CO2-arme Produktion im Mittelpunkt stehen, folgen 2022.

Luftbildaufnahme Stadt Torgelow mit Fluss und Stadtkern

Umweltbildung

Wir machen Angebote in der frühkindlichen Bildung, für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der schulischen und außerschulischen Jugendbildung und in der Hochschulbildung.

Bereits im Juni 2021 haben wir alle Kitas in Mecklenburg-Vorpommern eingeladen, sich gemeinsam mit Kindern, Eltern, Erzieherinnen und Erziehern aktiv am Klimaschutz zu beteiligen. 500 Euro standen für jede Kita in unserem Förderprojekt „Buddeln für BÄUME“ bereit. 320 Kitas haben mitgemacht und Pflanzpläne eingereicht, die sie im Herbst in die Tat umgesetzt haben.

Sie haben Standorte und Pflanzen ausgewählt, Erdboden verbessert und gepflanzt. Ganz nah an den Pflanzen lernen Kinder, dass Bäume unser Klima verbessern können. Mit 160.000 Euro konnten wir dazu beitragen, mit kindgerechter Pädagogik schon die Kleinsten für den Klimaschutz zu sensibilisieren.

Das zweite große Förderprojekt „Kluge Köpfe für’s KLIMA“ richtet sich an alle allgemeinbildenden Schulen im Land, von der Grundschule über die Förderschule bis zum Gymnasium. Bei dem Wettbewerb geht es darum, dass sich Schüler und Schülerinnen in Schul-AGs in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld Schule mit verschiedenen Fragen zum Klimaschutz und zur CO2-Reduzierung auseinandersetzen, Probleme vor Ort aufdecken und Lösungen entwickeln, um sie zu beseitigen.
Durch das 2022 vom Bildungsministerium MV ausgesprochene Kooperationsverbot für Schulen mussten bedauerlicherweise die meisten Schulen ihre mit Schülerinnen und Schülern gemeinsam ausgearbeiteten Bewerbungen zurückziehen.
Die Klimastiftung MV wird ihre Angebote und Fördertätigkeiten im Bereich Umweltbildung fortan stärker auf andere Bildungsbereiche ausrichten.

Kind buddelt

Öffentlichkeitsarbeit für Klimaschutz

Wissen zu bündeln, aufzubereiten und zielgruppengerecht weiterzugeben ist eine wichtige Säule der Stiftung. Dabei haben wir alle Akteurinnen und Akteure der Zivilgesellschaft im Blick – Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, Wirtschaft, Wissenschaft sowie Politik.

Wissen, wie Klima- und Umweltschutz erfolgreich und mit großer Wirkung umgesetzt werden kann, welche Strukturen, Handlungen und neuen Technologien es dazu braucht, ist in Mecklenburg-Vorpommern ausreichend vorhanden. Um politisch, wirtschaftlich, wissenschaftlich und gesellschaftlich neue und vorhandene Lösungen konsequenter umzusetzen, ist aber oftmals ein Austausch zwischen den verschiedenen Bereichen notwendig. Auf verschiedenen Ebenen bringen wir Menschen zusammen, um zum Umdenken oder zielstrebigen Weiterdenken beizutragen. Dazu nutzt die Stiftung Klima- und Umweltschutz MV verschiedene Formate.

Ein besonderer Erfolg waren die Klimatage. Dabei haben wir Expertinnen und Experten zu öffentlichen Podiumsdiskussionen eingeladen, um mit ihnen Themen zu beleuchten, die gesellschaftlich und politisch kontrovers diskutiert werden und eine hohe Relevanz für die Klimabilanz unseres Landes aufweisen:

Um die Chancen und die Anforderungen, die ein Umstieg auf Elektromobilität für die regionale Infrastruktur bedeutet, ging es beim ersten Klimatag rund um die Elektromobilität in Torgelow. Beim zweiten Klimatag in Kühlungsborn stand das ökologisch drängende Thema der Bergung von Munition aus der Ostsee im Fokus. Dabei haben wir erfolgreich die Politik mit Firmen an einen Diskussionstisch gebracht, die bereits über sich finanziell selbst tragende Technologie verfügen. Beim dritten Klimatag in Ulrichshusen unter dem Motto „Klimaschutz und Landwirtschaft – was jetzt getan werden muss“ wurde intensiv zwischen Vertretern und Vertreterinnen der Landwirtschaft, der EU-Politik sowie der Agrar- und Umweltwissenschaft diskutiert, ob die Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) ein ausreichender Weg zu mehr Diversität, mehr Bodenschutz und mehr Nachhaltigkeit ist. Fazit: Sie reicht nicht und es muss mehr getan werden.

Aufgrund des Erfolgs der Klimatage werden sie als Format für die nächsten Jahre verstetigt.

Finanzielle Förderung Dritter

Über 50 Anfragen für Förderprojekte bis Ende 2021 eingegangen

Seit der Gründung der Stiftung im Januar 2021 erreichten uns viele Anfragen – sei es von Privatleuten, die selbst entwickelte grüne Ideen realisieren wollen, von Unternehmen aus dem Energiesektor für ihre innovativen Umweltprojekte oder von Vereinen aus dem Naturschutz, die Unterstützung für die Weiterentwicklung von Naturschutzgebieten anfragten. Neben allgemeinen Anfragen gingen bis Jahresende 2021 insgesamt über 50 konkrete Projektideen bei der Stiftung ein, die finanziell gefördert werden wollen.

Das erste bewilligte Förderprojekt der Stiftung ist die Aufforstung von Seegraswiesen, das untersucht, ob sich das Konzept zur Verlegung von Rollrasen auf Seegras übertragen lässt. Für die Laufzeit von 13 Monaten begleitet die Stiftung das Projekt mit einer Fördersumme von 185.000 Euro. Sie erhofft sich, mit der Aufforstung von Seegraswiesen neue Methoden zur Senkung der Treibhausgasemissionen voranzutreiben und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Der Stiftungsvorstand prüfte jedes einzelne Anliegen gründlich, bevor er eine Entscheidung für oder gegen eine Förderung fällte. Dazu wurden gutachterliche Stellungnahmen von Fachleuten zu den verschiedenen Anträgen eingeholt. Grundlage für die Entscheidung sind neben der Satzung der Stiftung auch die vom Vorstand verabschiedeten Fördergrundsätze, die öffentlich auf der Website einsehbar sind.