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23. Mai 2022

Seegras-Projekt feiert ersten großen Erfolg

Gut vier Wochen, nachdem die jungen Seegras-Pflanzen in der Ostsee ausgebracht wurden, kann das Forscherteam von MariKom erste Erfolge verbuchen. Die Aufwuchsträger sind gut eingesandet und die Pflanzen haben erste Wurzeln in den Boden gebildet. Auch was das Material der Pflanzenträger anbelangt, gibt es erste Erkenntnisse.

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26. April 2022

Seegras-Teppiche erfolgreich in der Ostsee ausgebracht

Seegraswiesen in der Ostsee aufzuforsten, ist das Ziel des interdisziplinären Forscher-Teams von Marikom, dem Maritimen Kompetenzzentrum für industrienahe Forschung in der Meerestechnik. Die Stiftung Klima- und Umweltschutz MV fördert das Projekt mit insgesamt 185.000 Euro. Nun nahm das Projekt einen weiteren Meilenstein.

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Worum geht es?

Grüne, elegant geschwungene Blätter wiegen sich auf dem Grund der Ostsee, produzieren reichlich Sauerstoff und ziehen Kohlendioxid aus dem Wasser. Durch ihre Wurzeln wird Kohlenstoff direkt in den Meeresboden verbracht und dort gespeichert. Was sich wie eine visionäre Lösung in der Klimakrise anhört, leistet das von vielen Strandbesuchern weniger willkommen geheißene Gewöhnliche Seegras mit dem wissenschaftlichen Namen Zostera marina in hervorragender Weise.

Anthropogene Einflüsse sowie zunehmende hohe Wassertemperaturen während der Sommerzeit sind erhebliche Stressfaktoren. Sie führten in zurückliegenden Jahren auch in der Ostsee zu einem spürbaren Rückgang der Seegraswiesen. Fachleute schätzen, dass eine natürliche Erholung der Bestände mehrere Jahrzehnte dauern kann.

Forschende des in Warnemünde ansässigen Maritimen Kompetenzzentrums für industrienahe Forschung in der Meerestechnik (MariKom) wollen deshalb in Zusammenarbeit mit der Stiftung Klima- und Umweltschutz MV ein effektives Konzept für eine nachhaltige Aufforstung von Seegraswiesen in der Ostsee entwickeln.

In diesem Projekt soll bis zum Dezember 2022 untersucht werden, ob sich das Konzept zur Verlegung von Rollrasen auf Seegras übertragen lässt. Unterstützt wird diese Arbeit vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), von der Universität Rostock, der Evangelischen Stiftung Michaelshof und dem Sächsischen Textilforschungsinstitut (STFI).

Das Konzept sieht drei Arbeitsschritte vor: Zur Aufzucht werden Seegrassamen in ein Grundgerüst aus natürlichen Materialien eingesät, anschließend werden die Keimlinge unter Laborbedingungen gepflegt und schließlich die bereits herangewachsenen Pflanzen wie Rollrasen auf den Meeresboden ausgebracht und dort verankert.

FÖRDERSUMME 185.000 €

Die Stiftung Klima- und Umweltschutz MV begleitet dieses Projekt für die Laufzeit von 13 Monaten mit einer Fördersumme von 185.000 €. Sie erhofft sich, mit der Aufforstung von Seegraswiesen neue Methoden zur Senkung der Treibhausgase voranzutreiben und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

„Unter den Fachleuten besteht Konsens darüber, dass das Seegras eine von vielen notwendigen Maßnahmen zur Rettung der Kohlenstoffbilanz in Deutschland ist. Mit einem wirtschaftlich tragfähigen Konzept zur erfolgreichen Aufforstung von Seegras in der südlichen Ostsee werden wir sicher einen nachhaltigen Beitrag für Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus leisten können. Bei einem erfolgreichen Abschluss des Projekts können wir in Zukunft nicht nur zu Land, sondern auch zu Wasser Wiesen säen – mit messbarem Effekt für’s Klima.“
Professor Mathias Paschen · Projektleiter und Geschäftsführer der MariKom GmbH
„Im Labor keimen jetzt schon die ersten Samen des Seegrases. Damit sie später weiter auf dem Grund der Ostsee wachsen, ist nicht nur das Basismaterial entscheidend, sondern auch dessen Struktur. Schließlich soll es auch der Strömung widerstehen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass eine lockere Netzstruktur des Aufzuchtmaterials sich besser eignet als ein dichter Träger, auf dem die Keimlinge wenig Platz für ihre Wurzeln hätten.“
Daniela Glück · Lehrstuhl für Ökologie - Universität Rostock
Mitarbeitende des Integrationsbetriebs arbeiten die Samen des Seegrases in das Aufzuchtmaterial ein. Dieses wird danach im Labor zum Auskeimen gebracht und anschließend in der Ostsee angepflanzt. Die Samen einzeln im Michaelshof einzustecken, ist ein wichtiger Prozess für das Gesamtprojekt: „Das ist gelebte Inklusion.“
Stefan Scharnweber · Leiter des Arbeitsbereichs - Evangelische Stiftung Michaelshof Rostock
„Wir nutzen altes Seegras, Hanf oder Flachs als natürliche Rohstoffe, sodass wir in dem Projekt Rückstände von Mikroplastik vermeiden können. Nach zwei Jahren sind unsere Aufzuchtträger im Meeresboden verrottet und das Seegras hat selbst Wurzeln geschlagen.“
Reinhard Helbig · Ingenieur für Textilmaschinen

Projektstandort Ostseeküste - Rosenort

Aufforstung von Seegraswiesen

Antragsteller: Maritimes Kompetenzzentrum für industrienahe Forschung in der Meerestechnik (MariKom)

Planungsort: Technologiepark Warnemünde, Universität Rostock

Projektstandort: Ostseeküste – Rosenort (bei Rostock)

Pflanztermin: Frühjahr 2022

Projektzeitraum: November 2021 – Dezember 2022

Zur Projektträgerin
Seegraskeimling im Hanfsubstrat
Wurzeln von Treibsel-Pflanzen im Labor
Seitliche Ansicht auf Wasserbecken mit Seegras
Blick von oben auf die Blätter von Seegras