Moore als eine einzigartige Naturlandschaft geben vielen Pflanzen und Tieren ihren Lebensraum, sie filtern das Wasser, regen an zur Inspiration und bieten ihren Besucher:innen einen Ort zur Erholung.

Gemeinsam mit dem Förderverein Naturpark „Nossentiner/Schwinzer Heide“ e.V. möchte die Stiftung Klima- und Umweltschutz MV in der neuen Kooperation „Mein Klimaretter: Moor vor Ort“ auf die Potenziale der Moore in Mecklenburg-Vorpommern hinweisen und den lokalen Wert dieser Landschaften herausstellen.

Die Revitalisierung des Rahmannsmoores zeigte, wie ein kleines lokales Moor vieles zum Guten bringen kann: die Wiedervernässung stoppte sofort einen Kohlenstoffaustritt eines sonst trockenfallenden Moores, das Engagement der Menschen bestätigte diese in ihrem klimaangepassten Handeln, im Netzwerk von Vereinen, Stiftungen, Kommune, Landesforst und anderen kooperierten die Akteur:innen konstruktiv miteinander. Alle verstanden das Moor als etwas Positives.

Moortexte als Inspirationen

Schalter umlegen leicht gemacht

Abstrakt und unnahbar schweben die Zahlen vor unserem inneren Auge. Wie Kohlenstoff und Sauerstoff sich in einem Gas vereinigen, ihren Anteil in der Luft erhöhen.

So leicht sie in die Luft gelangen, so schwer sind sie wieder zu binden. Ihr Anteil steigt, ihr Einfangen ist ein schwieriges Unterfangen. Jahrzehnte dauert es, bis Veränderungen wirken.

Bleibt ein Moor nass, ist der Kohlenstoff im Boden sicher. Wird es entwässert, kommt Luft hinein, und die Pflanzenreste beginnen sich zu zersetzen – die Gase tanzen in die Atmosphäre.

Ein trockenes Moor emittiert. Das Wasser ist der Schalter – keine Jahrzehnte, augenblicklich hört es auf. Wenn das Moor vernässt, dann hören die Emissionen auf. Es ist, als lege man einen Schalter um. Licht an, Licht aus – es geschieht sofort.

Vielfalt des Moores

Es herrscht ein Klima des Reichtums im Moor.

Reich ist es an Funktionen und Aufgaben, die es übernimmt – für die Natur und den Menschen.

Reich ist es an Erwartungen, die ihm entgegengebracht werden – in früheren Zeiten, was die Ressourcen und den Landbedarf anbelangte; heutzutage, was die Speicherung von Kohlenstoff in seinen Böden angeht.

Reich ist es an Empfindungen, die wir mit ihm verbinden – die Ruhe und Stille verwöhnen unseren gestressten Geist, der Sauerstoff füllt unsere Lungen und gibt neue Kraft, der Anblick des Wollgrases erfüllt unsere Herzen, der Sonnentau unsere Sinne, und das Krabbeln der Laufkäfer lässt ein Verständnis fürs Leben erwachen.

Reich ist es an Inspiration, die uns den Blick weiten lässt, was möglich ist, wenn wir unsere Lebensgrundlagen erhalten wollen; wie einfach es sein kann, das Klima zu schützen und gleichzeitig unsere unmittelbare Umgebung genießen zu können.

Reich ist es an Vielfalt, die wir in seinen Rollen sehen: Lebensraumgeber, Sauerstoffspender, Wasserfilter, Kohlenstoffspeicher, Klimaanlage, Identitätsstifter und Ort der Offenheit.

Hintergrund

Die Klimastiftung MV hat jahrelang den positiven Verlauf im Rahmannsmoor begleitet und nach außen getragen. Sie erhielt oft das Feedback, dass es vielen gar nicht bewusst war, wie viele Moore in unmittelbarer Nähe zum eigenen Wohnort es in Mecklenburg-Vorpommern gibt. Vor diesem Hintergrund entwickelt die Kooperation „Mein Klimaretter: Moor vor Ort“ eine Veranstaltungsreihe, in der die positiven Seiten eines „Moores“ über den Naturschutz hinaus zu sehen sind. Sie ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Förderverein Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide e.V. sowie der Klimastiftung MV und läuft zunächst bis Januar 2027.