Worum geht es?

Die Aufstellung des Projektes ist aus der Forderung unserer Mitglieder und weiterer Naturschützer heraus entstanden, das Auseinanderbrechen der lange nicht gepflegten Kopfweiden zu verhindern. Die weiche Holzstruktur im Stamm und das Wachstum der Äste der Kopfweiden bewirkt eine Instabilität, die regelmäßig zu einem Auseinanderbrechen und damit dem Verlust der Kopfweiden führen. Dadurch verschwindet auch ein wichtiger Lebensraum für unterschiedliche Tierarten, die die Hohlräume als Unterschlupf und Nistplätze nutzen – darunter bis zu 199 Käferarten, 162 Schmetterlingsarten, der gefährdete Steinkauz, Fledermäuse und viele weitere.

Kopfweiden stehen oft entlang der Grenzen zwischen Landschafträumen oder an Gräben und Seen und sind damit zu einem unverkennbaren Element in der Kulturlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns geworden. Als traditionelle Bewirtschaftungsform werden Kopfweiden aktuell nicht mehr genutzt. Sie sind heute vor allem Denkmal einer anderen Zeit, könnten jedoch in Zukunft wieder verwendet werden. Aufgrund ihrer Bedeutung als hochwertiger Lebensraum und damit der Biodiversität in der Kulturlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns soll ein Verlust durch die Entnahme der Äste verhindert werden. Als Grundlage werden die Daten aus einem Vorgängerprojekt verwendet. Die Daten wurden digital zusammengefasst und enthalten Informationen, wie Größe, Entwicklungsstand und Zustand der Weiden. Aufgrund dieser Daten werden die Eigentümer kontaktiert und eine Zusammenarbeit mit den Pflegeunternehmen, sowie den zuständigen Behörden koordiniert. Dadurch sollen die Kopfweiden in dem Gebiet systematisch beschnitten werden.

Wer macht mit?

Das Projekt stützt sich auf die Zusammenarbeit mit folgenden Akteuren:

  • Eigentümer
    1. − Private Personen oder Agrarunternehmen
      − Kontaktaufnahme und Beratung hinsichtlich Pflegemaßnahme und Förderung
  • Behörden
    (Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie; Untere Naturschutzbehörde; Naturpark)
    1. − Informationsaustausch über gepflegte Kopfweiden
      − Rücksprache über Richtlinien und Vorschriften
      − Rücksprache über Richtigkeit der Pflege
  • Landschaftspflegeunternehmen
    1. − Anfrage der Angebote
      − Koordination und Beaufsichtigung der Pflege
      − Koordination des Baumschnittes

Als Ziel des Projektes steht der Erhalt der Kopfweiden im Vordergrund. Sie stellt eine traditionelle Bewirtschaftungsform dar, die eine regelmäßige Pflege benötigt. Eine erste Übersicht über Pflegeunternehmen und deren Kosten der Pflege, Rückung und Abtransport der Äste wurde im vorigen Projekt durchgeführt. Das Material kann als Hackschnitzel weiterwendet werden. Mit dem vorangegangenen Projekt als solide Basis können großräumig erforderliche Arbeiten konzipiert und über deren fachgerechte Realisierung entschieden werden. An vielen Standorten ist die „Erstpflege“ nach jahrzehntelangem Pflegeausfall zu organisieren und die Akteure für eine nachhaltige, weitere Pflege zusammenzubringen. An anderen Standorten geht es um den Anstoß und das Vernetzen der Akteure zu weiterer nachhaltiger Pflege. Hierbei geht es vor allem um die nachhaltige Vernetzung der Akteure dergestalt, daß nach der Anschubförderung die weitere Finanzierung der Organisation aus dem Projekt durch die Akteure erfolgt. Das Projekt dient der Erhaltung und Pflege des Landschaftsbildes der niederdeutschen Niederungslandschaft und ist durch die Verwertung des anfallenden Landschaftspflegematerials (Holz, Hackschnitzel, Weidenruten) im Wirtschaftskreislauf absolut nachhaltig.

Als Zusatz soll die Arbeit des vorangegangenen Projektes, insbesondere die Kartierung auf den gesamten Landkreis Ludwigslust-Parchim ausgeweitet werden. Dies entspricht dem Gebiet LEADER Region Süd-West-Mecklenburg.

FÖRDERSUMME 15.000 €

Das Projekt wird maßgeblich mit Mitteln der LEADER-Förderung umgesetzt, dem Förderprogramm der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raumes. Die Stiftung Klima- und Umweltschutz MV unterstützt den Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet mit gut 15.000 € zur Rettung der Kopfweiden im Altkreis Parchim.

Wir arbeiten mit den Naturpark­verwaltungen wie auch mit den Kommunen und führen die Landnutzer aus Forst- und Landwirtschaft zur Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs zusammen. Die Landwirte engagieren sich in den Regionen für die Pflege der Kopfweiden.
Hans Diederichs · Geschäftsführer LSE e.V.

Projektstandort Kobrow

Erfassung und Pflege von Kopfweiden

Antragsteller: Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet e.V.

Planungsort: Kobrow II

Projektstandort: Altkreis Parchim

Projektzeitraum: Juni 2022 – November 2023

Projektträger