Auf dem Land funktioniert Aquakultur. Was aber wäre eine Pflanze aus dem Meer ohne ihre natürliche Umgebung? Bei „Seegras für MV“ gibt es deswegen auch eine seeseitige Aquakultur für Seegras direkt in der Ostsee. Wie funktioniert das genau? Das hat das Team von ZosteraTec in der Wismarer Bucht ausprobiert und einiges dabei gelernt. Denn auch Seegras hat seine Ansprüche, was Nahrung, Netze und Nachbarn wie Seescheiden angeht.

Bereits 2025 ließ das ZosteraTec-Team ein Gestell in die Wismarer Bucht herab. Auf der einen Seite platzierten sie Matten mit Seegras, auf der anderen Seite mehrere Körbe, die den Aufwuchsträger für die Pflanze enthielten. Nach einiger Zeit hatten sich die Matten biologisch abgebaut, ohne das Seegras weiter zu vermehren. Bei den Körben sah es anders aus. (Foto: ZosteraTec UG)

Während die Matten sich auflösten, wuchs das Seegras in den Pflanzenkörben munter weiter und entwickelte sich gut. Eine entscheidende Kombination liegt im Zusammenspiel von Aufwuchsträger und Sediment. Sie lösen sich im Sediment mit der Zeit auf, während das Seegras sich stärker verwurzelt. Durch die Umströmung des ganzen Gestells bilden sich zudem keine anoxischen, also sauerstofffreien, Prozesse. (Foto: ZosteraTec UG)
Das Gestell der seeseitigen Aquakultur mit seinen Pflanzkörben ermöglicht die Aufzucht von Seegras auch unter Wasser.

Die bodennahe Konstruktion der seeseitigen Aquakultur hat viele Vorteile. Die Pflanzen können gezielt dort platziert werden, wo sie gute Bedingungen fürs Wachstum finden, sie sind vergleichsweise schnell auszubringen und sie lassen sich kombinieren auch auf Untergründen, die sonst von Seegras nicht bewachsen wären. Damit könnte eine Mehrfachnutzung von Wasserflächen erfolgen, beispielsweise in Windparks. Die Pflanzenkörbe dienen der zusätzlichen Befestigung unter Wasser sowie einer komfortablen Handhabung für die Vermehrung des Seegrases. Und dann kann es selbst mit seinen Nachbarn zusammen wachsen.
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