(Foto: LandWert Schulbauernhof e.V.)

Worum geht es?

Warum muss eigentlich Saatgut getauscht werden? Weil sie Nachhaltigkeit und Ertragssicherheit in einem fördern. Denn bei den Tauschbörsen können samenfeste, alte Sorten untereinander die Besitzer:innen wechseln. Das führt zu einer höheren genetischen Vielfalt im eigenen Garten und steigert die Biodiversität. In Stahlbrode – genau zwischen Stralsund und Greifswald gelegen – war genau das angesagt bei LOSLEGEN mit Leuten.

Der Verein LandWert Schulbauernhof plante die Tauschbörse mit dem Ziel, Menschen zusammenzubringen und miteinander zu vernetzen. Neben klassischem Saatgut schafften es auch Jungpflanzen, Bäume oder andere selbstgemachte Produkte, wie Honig oder Marmeladen, ins Angebot. Ein Lehrfilm zeigte anschaulich, wie Saatgut überhaupt zu gewinnen ist. Nicht nur die Samen, sondern auch das Wissen über das alte Handwerk wurde geteilt und gab wertvolle Denkanstöße.

Ort der Vernetzung Gute Saat

Die Idee ging auf. Gut 60 Interessierte und Fachleute kamen nach Stahlbrode, um im Gutshaus allerlei Saatgut auf den Tauschtischen zu betrachten und mitzunehmen. Wer selbst keine Tauschware hatte, konnte gegen eine Geldspende dennoch bei der Börse mitmachen. So gingen viele Samen und Jungpflanzen über den Tisch – und bei Kaffee, Tee und Kuchen kamen die Leute ins Gespräch.
(Foto: LandWert Schulbauernhof e.V.)

Wissen weitergeben Naturnah

Die Saatguttauschbörse fand in Kooperation mit dem Hof Ulenkrug statt. Der in Dargun sitzende Verein setzt sich seit Jahren aktiv für die Erhaltung der Sortenvielfalt ein und organisiert regelmäßig Veranstaltungen in der Region – genau wie der benachbarte NABU Greifswald. Dabei stellt die Börse einen Raum dar, sich zu vernetzen und das Thema „Naturnahes Gärtnern“ den Menschen in der Umgebung näherzubringen. Gerade die Arbeit mit Schulklassen auf dem Bauernhof profitiert davon. (Foto: LandWert Schulbauernhof e.V.)

Was ist noch geplant?

Der Auftakt der ersten Saatguttauschbörse auf dem LandWert Schulbauernhof ist geglückt. Viele Teilnehmende wünschten sich eine Wiederholung. Als Angebot erweitert die Börse die pädagogische Arbeit des Vereins und bringt die Gedanken um Nachhaltigkeit und Kreisläufe in die Region mit ein. Das Netzwerk an Projektpartner:innen, das entstanden ist, befindet sich in einem regen Austausch – das lässt hoffen, auch im nächsten Jahr wieder Saatgut und Expertise tauschen zu können. Denn Menschen mit Ideen miteinander zu vernetzen, ist eine wichtige Voraussetzung im Klima- und Naturschutz.