Wissen über ökologisches Wirtschaften erfährt man am besten dort, wo es stattfindet – oder wo es jahrhundertlang praktiziert wurde. Der Klostergarten in Bad Doberan ist ein solcher Ort. Er erfreut sich großer Beliebtheit bei Tausenden von Besucher:innen, die jährlich das Gelände aufsuchen, und ist überregional bekannt. Im Rahmen des Stiftungsprogramms LOSLEGEN mit Leuten hat sich der Klosterverein Doberan ins Zeug gelegt und mitgemacht.
Mit ihrem Klimabeitrag „Hochbeet für den IB-Jugendclub“ machten sich Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Klostergarten des Vereins und viele Jugendliche daran, ein eigenes Hochbeet zu bauen. In mehreren Schritten trugen sie die Materialien zusammen, hämmerten, schraubten und befüllten das große Beet. Ihnen wuchs das Ergebnis so ans Herz, dass das Hochbeet einen Spitznamen bekam: Betty.

Seit seiner Gründung 1998 setzt sich der Klosterverein für den Erhalt und die Wiederbelebung der Klosteranlage der Zisterzienser in Bad Doberan ein. In Sichtweite des Doberaner Münsters entsteht wieder neues Leben mit viel Engagement. Dabei gilt der ehemalige Orden selbst als Inspiration für Klimaschutz mit seiner naturverbundenen Lebensweise und nachhaltigen Bewirtschaftung der Klosterflächen.

Vieles, was später im Hochbeet seine Verwendung fand, war bereits im Klostergarten vorhanden. Wie bei allen Hochbeeten üblich, bilden vier Schichten eine optimale Basis, um später Gemüse und Kräuter zu ziehen: Strauchschnitt ganz unten (1), damit die Feuchtigkeit entweichen kann; darüber Gehäckseltes, Laub oder Grasschnitt (2); Kompost als Zwischenschicht (3); und letztlich Mutterboden für den obersten Bereich, in dem gepflanzt wird (4).
Entscheidend ist, dass die Jugendlichen des Jugendclubs die weitere Pflege übernehmen. Sie haben das Beet nicht nur angelegt, sondern pflanzen Tomaten, Schnittlauch, Petersilie, Radieschen, Pflücksalat und frische Kräuter. Ganz handfest erfahren sie, wie ökologisches Wirtschaften funktioniert und was dazu nötig ist. Die AG Klostergarten des Klostervereins unterstützt mit ihrem Engagement den Jugendclub dabei. So kann im gemeinsame Agieren von Jung und Alt im Klostergarten ein „Wir“-Gefühl entstehen. Und es bietet die Basis, um einen Teil Bad Doberans zusammen klimafreundlicher zu gestalten.