Worum geht es?

Aufräumen gehört nicht zu den beliebtesten Tätigkeiten – doch unter Wasser hat es in Wismar im September einen Ansturm auf die Reinigung des Hafenbeckens gegeben. Unheimlich viele Leute vom Tauchsportclub Walfisch Wismar haben zusammen mit dem NABU und der Ortsgruppe Wismar des THW im Westhafen so einiges aus der Ostsee gezogen. Ganz nach dem Motto von LOSLEGEN mit Leuten, bei dem sich die Walfische hoch motiviert ans Aufräumen machten.

Anlässlich des World-CleanUp-Days engagierte sich der Tauchsportclub mit seinen Sporttaucher:innen, um jene Belastungen zu beseitigen, die unter der Wasseroberfläche verborgen bleiben: Müll, Schrott, Kunststoffe und andere Gegenstände, die nicht in die Gewässer gehören. Das alles sichtbar zu machen und Abfälle aus dem Wasser sowie dem Uferbereich zu entfernen – als konkreten Beitrag zum Schutz mariner Lebensräume, war die selbstgesteckte Aufgabe für den Tag. Der Schwerpunkt lag damit auf Natur- und Gewässerschutz, Ressourcen­schonung und der Sensibilisierung für den verantwortungsvollen Umgang mit der Ostsee.

Überraschungen im Wasser Fahrräder

Was sich alles unter Wasser im Hafenbecken des Wismarschen Westhafens verbirgt, begreift man erst, wenn man es sich anschaut: E-Scooter, E-Bikes und normale Fahrräder, Einkaufswagen, Baumarktwagen, Verkehrsschilder, Fischereiutensilien und einiges an nicht mehr gänzlich zu identifizierendem Unrat. Vorsorglich hatte der Tauchsportclub einen Container aufgestellt, um alles fachgerecht entsorgen zu können. Neben den Engagierten konnte so auch die Öffentlichkeit sehen, was im Hafen lag.

Tauchen als Sport Engagiert

Die über 250 Vereinsmitglieder wurden über Newsletter, WhatsApp-Kanal, Training und persönliche Ansprache informiert und zur aktiven Beteiligung motiviert. So konnten nicht nur die Taucher:innen selbst mitmachen, sondern viele aus dem Verein engagierten sich als Helfer:innen an Land, um zu sortieren, zu dokumentieren, zu transportieren oder um die geborgenen Abfälle sichtbar zu machen. Dazu kam noch die Kooperation mit dem NABU vor Ort und der Ortsgruppe des Technischen Hilfswerks, die tatkräftig mitanpackten.

Was ist noch geplant?

Die Aktion galt nicht als einmaliges Aufräumen, sondern versteht sich als Teil eines langfristigen Engagements für den Schutz der Ostsee. Der Verein möchte wiederkehrende Umweltaktionen etablieren und seine Vereinsmitglieder dauerhaft für Klima- und Umweltschutz sensibilisieren und weitere Menschen zum Mitmachen motivieren – im Sinne von „LOSLEGEN mit Leuten“. Als großer Tauchsportverein der Region kann er Umweltprobleme sichtbar machen, die vielen Menschen verborgen bleiben. Diese besondere Perspektive möchte er nutzen, um andere Vereine, Gruppen und Initiativen zu ermutigen, ähnliche Aktionen umzusetzen. So kann aus einer einzelnen Aktion ein dauerhaftes, nachahmbares Engagement für die Ostsee entstehen.