Was es heißt, Leute bei eisigen Temperaturen für das Klima-Engagement zu versammeln, sieht man im vorpommerschen Nossendorf. Nördlich von Demmin hatten die „Nossendorfer Themen“ eingeladen, bei LOSLEGEN mit Leuten die Streuobstwiese als einen resilienten Naturraum im Ort zu gestalten. Sie wollen damit langfristig einen sichtbaren Beitrag zur Umweltbildung und zum Klimaschutz leisten.
Auf dem Gelände eines ehemaligen Schulgartens hat die Initiative in Kooperation mit dem Verein T30 aus Demmin im Winter 2025 die Obstbäume freigeschnitten und so wieder zugänglich gemacht. Daraus entstand die Motivation, diese Wiese weiter zu pflegen und gemeinschaftlich auszubauen. Kurse für Baumschnitt, Klimapaten, Kooperation mit der Gemeinde, die die regelmäßige Mahd übernimmt, stehen als Programmpunkte für den Weg, den die Nossendorfer Themen in diesem Projekt ausmachen.

Im Winter ist genau der richtige Moment, um die Schere an die Äste der Obstbäume zu legen. An welchen Stellen genau und wie das passieren soll, haben Fachleute im Workshop der interessierten Runde dargestellt. Die lebhafte Diskussion zeigte, dass alle Engagierten mit Freude den inhaltlichen Input aufnahmen.

Um die Sorten von Apfel, Birne und Pflaume unterscheiden zu können, bedarf es einiges Fachwissens. Mittlerweile sind fast alle Sorten auf der Wiese identifiziert – und jeder Baum ist mit einer Nummer versehen. Unter anderem stecken hinter den Zahlen vielfältige Namen wie Danziger Kantapfel, Finkenwerder Herbstprinz, Roter Gravensteiner, Cox Orange, Kaiser Wilhelm oder die Goldparmäne als eine der ältesten Apfelsorten überhaupt.
Das Engagement der Menschen beim Obstbaumschnittkurs ist als ein Baustein gedacht. Das Gesamtkonzept sieht vor, den ehemaligen Schulgarten als einen Platz zum Erholen, Lernen, Treffen und für die Erntefeiern – auch für die benachbarte Kita – Schritt für Schritt zu etablieren. Alle Interessierten sind eingeladen, sich zu beteiligen. Unter NossendorferThemen.de kann jede:r den weiteren Verlauf verfolgen. Es zeigt, wie Leute für den Klima- und Artenschutz loslegen und mehr daraus machen.