Unweit der Ostseeküste erstreckt sich ein Reich von 1.000 Obstbäume in den kleinen Ortschaften Brodhagen und Reddelich nahe Bad Doberan. Das maritime Flair führt sich in der Namensgebung fort: denn hier ist die „Obstarche“ zu Hause. Alte Obstsorten mit verschiedenen Blühstadien und Klimaresistenzen tragen ihre Früchte, weil sich Menschen engagieren – und es sollen noch viel mehr werden. Denn Klimaengagement in MV ist in vielen Bereichen wichtig.

Neue Kooperation

Der dort ansässige Kulturverein für Reddelich und Brodhagen hatte es sich in seinem Projekt „Obstarche Reddelich“ vor über 10 Jahren zur Aufgabe gemacht, entlang der eigenen Dorfstraßen für mehr Obstbäume zu sorgen, neue Streuobstwiesen anzulegen und dabei die Menschen im Ort und von außerhalb mitzunehmen und zu informieren.

So erfolgte jetzt im Dezember der erste Arbeitseinsatz im Rahmen der Kooperation zwischen Kulturverein und Klimastiftung MV. Es galt, neue Apfelbäume zu pflanzen und teilweise alte, abgestorbene Obstbäume zu ersetzen. Ein Auftrag, der allen Beteiligten sichtlich Spaß machte.

Für Alt gibt's Neu Klimaeffekt

Dass es bei dem Arbeitseinsatz mitten im Dezember mit 12°C relativ mild war, verdeutlich den Wandel, den wir erleben: die veränderten Temperaturen der letzten Jahrzehnte in Folge der Klimakrise hinterlassen ihre Spuren in der gesamten Landschaft. Für die Obstarche bedeutet dies, dass bereits bestehende Bäume immer wieder ersetzt werden müssen.

Zugleich wissen die Engagierten im Projekt, dass sie beim Setzen neuer Pflanzen auf die veränderten Bedingungen achten wollen. Es spielt eine Rolle, welche Sorten sich besser an wärmere, regenärmere Tage anpassen können und genauso, dass eine große Vielfalt den Insekten ein breites Spektrum an Futtermöglichkeiten bietet.

Infotafeln auf dem Weg Rundgang

Das Besondere beim Lehrpfad der Obstarche sind seine Stationen, die über das Projekt aufklären. In einem Rundgang können Ortsansässige und Tourist:innen sich die vielen Bäume erlaufen und sich gleichzeitig mit den Infotafeln am Wegesrand über die Bedeutung der Pflanzen für Klima- und Umweltschutz informieren. Das Angebot der Klimabildung ist wichtig, um die sonst unbekannten Orte zusätzlich mit Informationen aufzuladen und das Bewusstsein dafür unmittelbar zu stärken.

Einfach mitmachen

Geschafft! Die neuen Apfelbäume stehen und sind versorgt. Wer selbst begeistert die Obstarche weiter zum Blühen und Wachsen bringen möchte, kann sich einfach beim Kulturverein Reddelich und Brodhagen melden: silv.kastell@gmail.com. Der nächste Arbeitseinsatz kommt bestimmt. Er verspricht eine spannende Reise zwischen 450 historischen Sorten, engagierten Gesichtern, körperlicher Bewegung – und ab dem Sommer leckeren Früchten.