Wie lernt es sich eigentlich am besten in einer Schule? Viele kennen das selbst, dass irgendwann die Aufmerksamkeit einfach nicht mehr da ist und man das Ende der Stunde herbeisehnt. Dass das auch anders geht, zeigt die Freie Schule Rügen in Dreschvitz. Im Rahmen der Kooperation mit der Stiftung etabliert die Schule ein „Grünes Klassenzimmer“ neu im eigenen Schulgarten. Bei so einem eindrucksvollen Umfeld nickt garantiert niemand während des Unterrichts weg.
Das Klimateam verschaffte sich einen Überblick über die Aktivitäten im Schulgarten und wie das Streben nach Nachhaltigkeit an der Schule insgesamt organisiert ist. Und es war schnell klar: es ist beeindruckend, wie alle – Lehrkräfte, Eltern und die Kinder – diesen Gedanken nicht nur aussprechen, sondern auch leben. Ein Höhepunkt des Tages, ein besonders leckerer, war das Marmeladekochen von frisch gepflückten Erdbeeren aus dem Garten. Die Kinder bewiesen in vielen Arbeitsschritten, dass sie durchs Selbermachen ihren Unterricht gestalten – und so am besten lernen.

Die sogenannte UmWeltSchule auf Rügen ist eine nicht-staatliche Schule, die sich in ihrer Pädagogik an der Philosophie Maria Montessoris orientiert. Im Prinzip geht es um freies Lernen, für das die Schule einen Rahmen bildet. Die Kinder haben die Möglichkeit klassenübergreifend ihr eigenes Tempo zu bestimmen, sich in Theater- und Tanzklassen in ihrer Persönlichkeit weiterzuentwickeln und auszudrücken sowie durch gemeinschaftliche Kooperationen sozial zu interagieren.

Der Bauwagen, der bereits im Schulgarten steht, bietet für die Bedürfnisse des Lernens nicht mehr die nötigen Voraussetzungen. Bislang war nur der Sommerbetrieb möglich, ein Verbleib auch bei kälteren Temperaturen nicht zumutbar. Das neue „Grüne Klassenzimmer“ soll ganzjährig funktionieren. Allen Kindern wird so die Möglichkeit geboten, im Zyklus der Jahreszeiten direkt mit den eigenen Augen aus und von der Natur zu lernen.

Nach und nach setzt die Schule die Umbaumaßnahmen um. Vor allem die Isolierung der Wände des Bauwagens steht im Mittelpunkt, um möglichst die Wärmeverluste während der kalten Tage gering zu halten. Als Vorzeigeschule für BNE (Bildung für Nachhaltige Entwicklung) setzt sie verstärkt bei den Baumaterialien auf bereits verwendete oder klimafreundliche Teile. So können die Schüler:innen bei der Renovierung ihres „Grünen Klassenzimmers“ viel mitnehmen.
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